Ein Liebesgedicht

Tom Walter, Musiker, Autor, Mensch

Grad ist sie abgetaucht,
die Sonne,
ein letzter Strahl verglüht
im Apfelbaum,
die Nacht
wirft ihren ersten dünnen Schal
der Stadt um ihren Hals.
Es klicken Reißverschlüsse hoch,
die Kälte kommt gekrochen,
ein Vogel pickt der Straße in die Haut.
Grad fuhr ein Lieferwagen noch,
laut polternd dort vorbei,
der Hauch von einem Wind
lässt ein paar Eichenblätter fliegen,
den Vogel störts nicht, nein,
das Ringsherum ist ihm ganz einerlei.

Zum Schlaf gelegt
hat sich mein Tagesdenken auch,
nun kommt die Ruhe,
ach, das Leben rinnt,
im Kerzenschein hab ich den Duft erinnert
und hinter Augenlidern
mir dein Bild gemalt,
auch wenn der Tag zerschmilzt
und nur noch Schatten übrig sind,
die Nacht durch meine Sinne rollt,
geschwind,
dann bleibt mir doch dein Herz,
die süße Ewigkeit.
Und ich?
Ich denk mich tot an dir.

1 Kommentar

  1. admin

    Wunderbar all das.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2022

Theme von Anders NorénHoch ↑