Lyrik

Die Schmetterlinge waren zu Stein geworden, fielen herab wie sonst was. Kein Wimmern, keine Regung; steinerne, eiserne, stumme Schmetterlinge, einst geliebt und angehimmelt, jetzt leblos.

Wie schön sie einst wirbelten, alles durcheinander. Nun nicht mehr.
Leerer Himmel. Bloß Wolken. Schwarze. Und Augen, ihnen zugewandt.
Und Gedanken in Köpfen. Erinnerungen an Schmetterlinge und sonst was.
Und Eisluft zerrte melodielos an den Haaren, kühlte, peitschte, ja rüttelte.
Doch die Schmetterlinge regten sich nicht.

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Ostern 2021

An Ostern kehrt die Welt sich um, 
aus Winter wird der Lenz,
an Ostern treibt der Mensch sich rum,
mit Opel oder Benz;
an Ostern wird das Glück versteckt,
in diesem Jahr auch Gäste,
und Ostern, dann, im nächsten Jahr,
wird wohl das allerbeste.

Durch die Nacht –

Mir strömt aus einem Blumenduft Vergänglichkeit entgegen.
Ein Blättchen trudelt unbeschwert in meine Hand.
Von allen Wegen, die ich fand, da wo ich mutig war,
auch ganz verwegen, zerblüht die Zeit,
schwarzgrau die Farbe, dort, an jener Wand.

Kapuzenjugend sprüht ihr Leben klagend an die Wände,
von Großstadtsklaven tönt ein Lied
aus einem jungen, roten Mund.
Jongleure klopfen fordernd laut an Windschutzscheiben,
ein Brückenbettler weint,
in seinen Armen schläft ein toter Hund.

Dies alles, ich, und das, was um mich tanzt,
macht keinen Ausschlag mehr.
Mein Herz ist müd‘, es will zum Schlaf sich legen,
gelebte Träume sind zu hunderten Geschichte,
nein, nichts in mir,
rein gar nichts mehr
ist irgendwie dagegen.

 

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Der Figurant

Er ist der Figurant,
ist einer, den man gern benutzt,
zum Zeitvertreib,
wenn Fadheit mal im wahren Leben gähnt.
Dann säuselt man ihm in sein Ohr,
dass er der ach so sehr Vermisste sei,
dass jede Kunst von ihm bereichernd ist,
dass man es kaum erwarten kann,
bis dass er wiederkehrt.

Und all die Heuchelworte nimmt er hin,
im Glauben, dass bald Großes folgt.
Doch folgt es nicht, oh nein, es bleibt in Gänze dort, wo es bisher gewesen,
in Hinterhand, von wegen Sicherheit.
Er ist der Figurant,
ist einer, den man nur benutzt.

alltägliches wiederfinden

maskiertes leben allerorts und hier
wir schleichen zombiegleich durch die gezeiten
es klingt kein samt der rauschend sich erhebt
maskiertes leben allerorts und hier
ganz still scheint denken sich zu ducken
der worte hauch hat keinen klang
maskiertes leben allerorts und hier
verstummt ist leierkasten-kurt – sein äffchen auch

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2 Kommentare

  1. steffen

    Hallo
    „Durch die Nacht“ gefällt mir sehr gut!

    • admin

      Mir auch. 😉

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